Warum es dir schwer fällt, Verbindungen aufzubauen – obwohl du dich nach Nähe sehnst

Erkenne deine Schutzmauern

Warum bin ich einsam? Warum fällt es mir so schwer, Menschen kennenzulernen? Mit ihnen in Kontakt zu kommen? Und warum gelingt es mir einfach nicht, die richtigen Menschen zu finden? Menschen, die mich so lieben, wie ich bin? Einen Partner zu finden, der wirklich mit mir zusammen sein möchte?

Diese Fragen stellen sich viele Menschen, die sich in ihrem Leben einsam fühlen. Und auch mich haben sie lange begleitet. 

Viele Betroffene grübeln und grübeln und grübeln – und finden trotzdem keine Antworten. Und noch viel weniger finden sie Lösungen.

Der Irrweg

Manchmal scheint eine mögliche Antwort zu sein, dass man einfach öfter unter Menschen gehen muss. Auf Partys, auf Konzerte, in Cafés oder Kneipen. Oder dass man offener sein muss, aktiv auf Menschen zugehen, sie ansprechen und sich im Smalltalk üben muss. Vielleicht scheint die zündende Idee zu sein, routinemäßig bestimmten Aktivitäten nachzugehen, sich einem Verein anzuschließen, regelmäßig an den Wochenenden in derselben Location zu feiern oder möglicherweise auch immer wieder auf Dating-Plattformen zu gehen.

Und dann folgt die Ernüchterung: Der Terminplan ist auf einmal voll, aber das Herz immer noch leer. Die Aktivitäten fressen deine Energie. Du musst dich immer mehr motivieren und bist hinterher immer enttäuschter, wenn es wieder nicht geklappt hat: Keine besonderen Gespräche, keine neuen Freunde in Sicht. Ein Partner? Erst recht nicht. Und mit der Zeit wächst der Frust und die Hoffnung auf eine Veränderung schwindet.

Aber warum ist das bei dir so? Anderen gelingt es doch auch mit scheinbar spielerischer Leichtigkeit, Menschen um sich zu scharen und eine neue Liebe zu finden, wenn die Alte gegangen ist.

Was ist an dir nur falsch?

Die Antwort liegt in deiner Vergangenheit

Hier kommt die erlösende Botschaft: Du bist richtig! Genau so, wie du bist!

Das Problem bist nicht du. Das Problem sind deine Schutzmauern!

Wir alle machen im Laufe unseres Lebens schmerzhafte Erfahrungen in unseren Beziehungen. Das beginnt schon in unserer Kindheit. Manchmal sogar schon bei unserer Geburt (oder davor).

Das können dramatische Erlebnisse gewesen sein, wie der Verlust uns nahestehender Menschen – im schlimmsten Fall vielleicht sogar der eigenen Eltern. Möglicherweise waren es aber auch nach außen hin eher harmlos wirkende Momente: Wir sind mit unseren kindlichen Bedürfnissen nicht gesehen worden, weil unsere Eltern vielleicht tief und fest schliefen, als wir vor Hunger geschrien haben. Wir wurden ausgeschimpft, weil wir etwas nicht so gemacht haben, wie man es von uns erwartet hat. 

An viele dieser Situationen erinnern wir uns später nicht einmal mehr, oder sie erscheinen uns nicht sonderlich schlimm zu sein, weil „das ja normal ist“, wenn die Eltern zum Beispiel laut werden, weil wir nicht auf sie gehört haben.

Solche Erlebnisse verletzen Kinder aber auf einer tiefen emotionalen Ebene, während sie gleichzeitig keine eigenen Fähigkeiten haben, diese Gefühle zu verarbeiten. Die einzige Möglichkeit, mit diesen Erfahrungen umzugehen, ist, sie zu verdrängen. Auch das ist vollkommen normal. Das tun wir alle.

Wenn wir aber im Laufe unseres Lebens immer wieder ähnliche Erfahrungen machen wie Ausgrenzung, Verlust von Freunden oder Liebeskummer, docken diese an die alten Geschichten an. Der alte, unbewusste Schmerz wird wieder wach und wir fühlen uns traurig, ängstlich, verunsichert oder zutiefst verletzt. Und wenn wir in der Zwischenzeit nicht gelernt haben, wie wir mit solchen Gefühlen umgehen können (und die meisten von uns lernen es nicht), verdrängen wir sie erneut – während wir gleichzeitig versuchen, Strategien zu entwickeln, wie wir uns in Zukunft vor solchen emotionalen Gefahren schützen können.

Wir bauen Schutzmauern um uns herum!

Was uns wirklich trennt

Diese Mauern sind zwar nicht aus Stein und auf den ersten Blick unsichtbar. Aber sie sind für unsere Mitmenschen trotzdem (oft unbewusst) spürbar.

Es gibt viele Arten solcher Schutzmauern. Zu den besonders häufig gehören dabei:

Emotionale Distanz: Aus Angst, wieder verletzt zu werden, beschließt dein Unterbewusstsein, andere Menschen emotional auf Abstand zu halten. Du vermeidest Gespräche über Gefühle und gibst wenig von dir preis. Vielleicht hast du sogar in jeder Situation einen passenden Spruch auf den Lippen und schaffst es spielend leicht, ganze Runden zu unterhalten. Sobald es aber emotional wird, bist du innerlich raus, weichst zurück und wirst still oder ausweichend.

Maske aufsetzen: Aus Angst, abgelehnt zu werden, wenn du dich als der Mensch zeigst, der du wirklich bist, verstellst du dich. Du scannst deine Umgebung, versuchst, herauszufinden, was bei deinen Mitmenschen gut ankommt und passt dich an. Dabei bleibst du selbst, dein wahres Sein, aber vollkommen auf der Strecke. Niemand weiß, wer du wirklich bist. Und damit interessiert sich auch niemand für dein authentisches Ich.

Selbstabwertung: Wenn du oft erlebt hast, dass du von anderen Menschen abgewertet wurdest, wirst du diese Abwertung irgendwann selbst übernehmen. Du machst dich innerlich klein, indem du dir einredest, dass du „nicht gut genug“ oder „zu komisch“ bist und dich „eh niemand will“. Damit versuchst du, die Ablehnung durch andere Menschen, die vermeintlich früher oder später ja eh kommt, vorwegzunehmen, um den damit verbundenen Schmerz zu reduzieren. Dabei spürst du nicht, dass genau dieses Selbstbild die Ablehnung erzeugt.

Gedankliche Schutzmauer: Eine ähnliche Strategie sind alte Glaubenssätze. Durch Erfahrungen wie Enttäuschungen, emotionale Verletzungen oder Trennungen hat dein Unterbewusstsein gelernt, dass es für dich nicht möglich zu sein scheint, glückliche Beziehungen zu erleben. Diese alten Erfahrungen werden zu Überzeugungen über dich selbst und über dein Leben, sodass du gar nicht  anders kannst, als automatisch davon auszugehen, dass du „immer Single bleiben wirst“, „nicht liebenswert bist“ oder dich „immer anpassen musst, um geliebt zu werden“. Mit diesen Überzeugungen schottest du dich allerdings von der Möglichkeit neuer Erfahrungen ab.

Vermeidung von Nähe: Möglicherweise erlebst du aber doch, dass dir jemand nahe kommt. Und möglicherweise findest du das einerseits auch ganz toll und freust dich wahnsinnig darüber. Aber: Je größer die Freude, desto größer auch die Angst, diese Nähe wieder zu verlieren. Und diese Angst lässt sich blockieren. Du erstarrst innerlich. Plötzlich sind deine Gefühle wie ausgelöscht. Du sagst Verabredungen wieder ab. Du antwortest nicht mehr auf Nachrichten. Und der Kontakt zerbricht.

Es gibt noch viele weitere solcher Schutzmauern. Aber unabhängig davon, wie diese vielleicht bei dir aussehen, die hinter ihnen verborgen liegende Dynamik ist immer ähnlich.

Du kannst die Mauer einreißen

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Genauso, wie du eine physische Mauer aus Stein Stück für Stück abtragen kannst, kannst du das auch mit deiner Schutzmauer!

Der erste und wichtigste Schritt ist, die Mauer zu erkennen: Wenn du das nächste Mal versuchst, neue Menschen kennenzulernen, Kontakte zu knüpfen oder bestehende Kontakte zu vertiefen, beobachte dich: Beobachte deine Gedanken, deine Gefühle und deine Handlungen. Vielleicht magst du sie dir sogar aufschreiben. Das hilft dabei, dir bewusst zu werden, welche Muster in dir ablaufen. Und vielleicht erwischst du dich in einem Moment, in dem du denkst: „So ein toller Typ will mich doch sicher nicht kennenlernen.“ Oder du merkst, wie du innerlich auf Abstand gehst, genau in dem Moment, in dem dir deine Traumfrau ein nettes Kompliment macht, über das du dich eigentlich freuen solltest.

Wichtig ist, dass du dich nicht dafür verurteilst, wenn du dir deiner Schutzmauern bewusst geworden bist. Sie sind in einem Moment in dein Leben gekommen, in dem es dir schlecht ging und in dem sie dich einfach nur beschützen wollten. Und das haben sie gut gemacht. Dafür darfst du dankbar sein! Jeder Stein dieser Mauern, jede Strategie, die du dir angeeignet hast, egal wie sehr sie dich heute blockiert, wollte vermeiden, dass du wieder verletzt wirst. Und auch, wenn genau das nicht funktioniert hat, war das zum damaligen Zeitpunkt das Beste, was du tun konntest. Deshalb: Sei liebevoll mit dir in diesem Prozess.

 

Wenn du nun deine Strategien erkannt und sie liebevoll angenommen hast, kannst du langsam damit beginnen, die Steine abzutragen. Dazu ist es notwendig, dass du dir das anschaust, was hinter der Mauer weggeschlossen wurde: Deine alten, verdrängten Gefühle, nicht verarbeitete Verletzungen, Glaubenssätze, die dich nicht weiterbringen, Unsicherheit und Zweifel.

Und vielleicht braucht es dazu einen Menschen an deiner Seite. Einen guten Freund, einen Berater, einen Therapeuten oder einen Coach. Spüre in dich hinein, was oder wen du an deiner Seite brauchst. Vielleicht genügt dir die Stille mit dir selbst, um dich hinter deinen Mauern zu finden. Vielleicht brauchst du den Halt, den dir eine andere Person geben kann.

Probier dich aus. Und sei dabei liebevoll und ehrlich mit dir.

Wenn du jetzt tiefer in das Thema der Einsamkeit einsteigen möchtest, folge mir gerne auf meinem Instagram-Account unter:
kerstin_coach_gegen_einsamkeit

Und wenn du bereits an einem Punkt bist, an dem du spürst, dass du alleine nicht mehr weiter kommst, lade ich dich ein, dir ein kostenloses Gespräch mit mir zu buchen. Dort schauen wir zusammen, wo du stehst und was du brauchst, um dich endlich von deinen unsichtbaren Mauern zu befreien und können diesen Weg gemeinsam gehen, wenn es sich für dich richtig anfühlt:
Lass uns sprechen!

Wenn du Fragen zum Thema “Einsamkeit” hast, eigene Erfahrungen teilen möchtest oder dich ein bestimmtes Thema beschäftigt, zu dem du dir mehr Informationen wünschst, schreibe es gerne in die Kommentare und ich werde in einem der nächsten Beiträge darauf eingehen.

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